Vor ein paar Tagen war ich zum letzten Mal mit Pius in unserer Kinderarztpraxis.
Ich wusste, dass dieser Besuch anders sein wĂŒrde. Aber ich war selbst ĂŒberrascht, wie emotional dieser Moment fĂŒr mich wurde.
Als ich mich bei unserem langjÀhrigen Kinderarzt und seinem Team verabschiedete, liefen plötzlich fast 18 Jahre vor meinem inneren Auge vorbei.
Denn eigentlich begann alles mit Quirin.
Nach seiner Geburt wurde er bei der U2 von unserem spĂ€teren Kinderarzt untersucht. Ich fragte damals, ob wir mit ihm anschlieĂend auch in seine Praxis kommen dĂŒrften.
Er sagte Ja.
Und damit begann eine Begleitung, die fast 18 Jahre dauern sollte.
Es folgten unzĂ€hlige Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Infekte, kleine und groĂe Sorgen. Und irgendwann waren es nicht mehr nur Quirin, sondern auch Emma und Pius, die ĂŒber viele Jahre dort betreut und begleitet wurden.
Und dann kam die Zeit, die alles verÀndert hat.
Als die Praxis von Emmas Diagnose erfuhr, war die Betroffenheit spĂŒrbar. Auch spĂ€ter, wenn wir wĂ€hrend Emmas Erkrankung mit Pius in der Praxis waren, war diese besondere Verbindung immer da.
Es war nicht nötig, jedes Mal alles zu erklĂ€ren oder ĂŒber alles zu sprechen.
Da war ein Wissen um das, was gerade in unserer Familie geschah. Eine stille Verbundenheit und eine spĂŒrbare Anteilnahme.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum sich dieser Abschied fĂŒr mich so anders anfĂŒhlt als ein ganz normaler Arztwechsel.
Denn da war ĂŒber all die Jahre dieses Vertrauen.
Sie wussten, wer wir sind.
Sie kannten unsere Geschichte.
Sie kannten unsere Kinder.
Man musste nicht jedes Mal von vorne anfangen. Man wusste, dass da jemand sitzt, der unsere Familie schon so lange kennt und viele unserer Höhen und Tiefen miterlebt hat.
Und nun fangen wir an einer anderen Stelle wieder neu an.
Wir wechseln aus persönlichen GrĂŒnden die Praxis. Die Entfernung spielt eine Rolle und auch, dass unser langjĂ€hriger Kinderarzt seine TĂ€tigkeit beendet. Es ist deshalb der richtige Zeitpunkt fĂŒr diesen Schritt.
Und trotzdem fĂŒhlt es sich komisch an.
Ein bisschen wie das SchlieĂen eines Kapitels, das einen sehr groĂen Teil unseres Familienlebens begleitet hat.
Ich merke, dass mir dieser Neuanfang durchaus Angst macht. Nicht vor der neuen Praxis selbst â sondern vor diesem ungewohnten GefĂŒhl, wieder Vertrauen aufzubauen, wieder unsere Geschichte zu erzĂ€hlen und wieder von vorne anzufangen.
Denn manche Menschen begleiten einen so lange, dass man irgendwann vergisst, dass diese Vertrautheit einmal nicht da war.
Deshalb möchte ich heute einfach Danke sagen.
Danke fĂŒr fast 18 Jahre Begleitung.
FĂŒr FĂŒrsorge, Geduld und ein offenes Ohr.
FĂŒr die vielen kleinen Dinge, die im Alltag vielleicht selbstverstĂ€ndlich erscheinen, es aber nicht sind.
Und ganz besonders danke dafĂŒr, dass unsere Familie auch in der schwersten Zeit nicht das GefĂŒhl hatte, einfach nur eine Familie unter vielen zu sein.
Der Abschied ist wehmĂŒtig. Sehr sogar.
Aber manchmal bedeutet ein richtiger Schritt eben trotzdem, dass man etwas Liebgewonnenes zurĂŒcklassen muss.
Und so verabschieden wir uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge und nehmen vor allem eines mit:
Dankbarkeit. đ€
FĂŒr fast 18 Jahre Vertrauen.
FĂŒr Quirin, Emma und Pius.
FĂŒr viele gemeinsame Jahre.
Und fĂŒr Menschen, die ein StĂŒck unseres Weges mitgegangen sind.
Danke. đż











