Eigentlich ist er ein wunderschöner Monat.
Die Sonne scheint, die Tage sind noch warm und langsam beginnt sich die Natur zu verändern. Alles wird golden.
Und doch ist der September für mich schon lange nicht mehr einfach nur ein schöner Monat.
Der September ist der Monat, in dem die letzten Wochen mit Emma begonnen haben.
Der Monat, in dem sich ihr Leben immer mehr dem Ende zugeneigt hat.
Der Monat, an dessen Ende ihr Sterbetag steht.
Und jedes Jahr aufs Neue kommt er zurück.
Dazu kommen die vielen Beiträge zum Bewusstseinsmonat für Kinderkrebs. Die täglichen Bilder und Geschichten, die in meinem Feed erscheinen und die ich für Emmas Vermächtnis e. V. teile.
Ich weiß, warum ich das tue.
Ich weiß, wie wichtig Aufklärung und Bewusstsein sind.
Ich weiß, dass wir über Kinderkrebs, über DIPG und über die Kinder sprechen müssen, die viel zu früh gehen mussten.
Und trotzdem bringen diese Beiträge etwas mit mir.
Sie bringen mich in einen Zwiespalt.
Denn während ich nach außen teile, aufkläre und auf DIPG aufmerksam mache, passiert in mir etwas ganz anderes.
Ich werde stiller.
Nachdenklicher.
Trauriger.
Manchmal sitze ich in den schönsten Sonnenstunden und über mir scheint trotzdem eine dunkle Wolke zu schweben.
Ich habe Angst vor den Erinnerungen, die unaufhaltsam kommen.
Vor Bildern, die plötzlich wieder da sind.
Vor Momenten, die sich in meine Gedanken schieben und dort festsetzen.
Vor Erinnerungen, die mich lähmen und mir für einen Augenblick den Boden unter den Füßen wegziehen.
Und vor allem habe ich Angst vor diesem Vermissen.
Denn im September wird es wieder so laut.
Dieses Vermissen meiner Tochter.
Dieses unbegreifliche Wissen, dass sie nicht mehr kommt.
Dass all das, was damals geschah, wirklich passiert ist.
Manchmal fühlt sich alles noch immer so unrealistisch an.
Und gleichzeitig tut es so weh.
DIPG wird immer zu mir gehören.
So wie Emma immer zu mir gehören wird.
Der September wird deshalb wohl niemals nur September sein.
Er wird immer auch der Monat sein, in dem ich besonders viel zurückblicke.
Der Monat, in dem ich besonders viel vermisse.
Der Monat, vor dem ich manchmal ein wenig Angst habe.
Und vielleicht ist genau deshalb der September für mich nicht mehr golden.
Oder vielleicht ist er es doch.
Nicht nur wegen des Herbstes, der alles in dieses wunderschöne Gold taucht.
Sondern wegen GO GOLD.
Wegen des Bewusstseins.
Wegen der Hoffnung.
Wegen des Kampfes für Kinder mit Krebs.
Und wegen all der Kinder, die niemals vergessen werden dürfen.
Emma wird niemals vergessen.
Und vielleicht ist das das Gold, das für mich bleibt. 🤍🎗️
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