Meine Emma, mein Mausebär,

heute vor drei Jahren bist du für immer eingeschlafen und wachst seitdem als Engel im Himmel über unsere Familie.
Ablenken wollte ich mich heute, aber es ist mir nicht gelungen. Immer wieder kreisten die Gedanken um die Stunden vor drei Jahren.
Du weißt, wie schwer es mir fällt, Fotos und Videos von dir anzusehen.
Auch die Erinnerungen an die Zeit vor drei Jahren versuche ich zu verdrängen.
Weil es mich so traurig macht.
Papa und ich sind vormittags los gefahren, um Luftballons für dein Grab und als Himmelsgruß zu holen.
Ich fühlte mich so leer und einsam, so tieftraurig.
Dann sah ich bei Facebook das Video von Doris, das sie für heute gezaubert hatte.
Als die Stimme von Patricia einsetzte und sie für uns beide das Lied „Still“ von Jupiter Jones sang, war es um mich geschehen.
Innerhalb der kompletten vier Minuten des Videos, beim Betrachten jedes einzelnen Fotos erschienen blitzartig die Erinnerungen dieser Momente in meinem Kopf.
Genau das habe ich gebraucht! Es tat so gut und der Tag nahm eine Wendung.
Ich lächelte, ein wohlig warmes Gefühl umgab mich. Ein Gefühl voller Stolz und Dankbarkeit.
Ab diesem Zeitpunkt weinte ich nicht mehr, sondern lächelte selig und tat all das, was du gern mochtest – ich aß Süßigkeiten und schaute Fotos und Videos an. Papa lackierte mir die Nägel – mit deinem mintfarbenen Nagellack, den du so sehr gemocht hast.
Ich hoffe, die Luftballons in rosa und pink haben dich erreicht. Leider hat der Himmel geweint, als wir an deinem Grab waren. Aber wir hatten einen ganz besonderen Emma-Hasen dabei, der heute den Tag mit uns verbringt und ein Stückchen Emma mit auf seine Reise nimmt, die bald ansteht.
Aber warum erzähle ich dir das alles? Du bist doch immer bei mir, oder? Das sanfte Streicheln über meine Wange oder meinen Kopf, das bist doch du!
Bitte begleite uns heute Abend, zum ersten Elternabend in der Schule von Pius. Denn auch dieser Weg fällt mir so schwer, du weißt warum – auch du wärst in diese Schule gekommen. Aber mit dir an meiner Seite schaffe ich auch das!
Mein unsichtbarer Engel, wenn ich dich doch nur sehen könnte…
Ich liebe dich – für immer und ewig. Für Emma und ewig!
Deine Mama

Mut

Wir waren sowas von mutig, als wir Anfang Oktober 2018 alleine in der Stadt unterwegs waren.

Denn seit der Diagnose waren wir meist im sicheren Zuhause, wenn wir nicht in der Klinik waren.

Ich erinnere mich noch gut an die Stunden, in denen Emma und ich in der Stadt waren und unsere kleine Auszeit genossen haben. Es war kühl und wir beschlossen, in einem Café Pause zu machen. Einen Blaubeer-Macaron hatte sich Emma ausgesucht, der stilvoll auf einem kleinen Schieferteller serviert wurde.
Verdrängt habe ich in diesem Moment, wie in so vielen, dass unsere Zeit begrenzt ist und diese gemeinsamen Erlebnisse irgendwann in meiner Erinnerung verblassen würden.

Manche Erinnerungen kann ich beim Betrachten von Bildern hervorrufen, bei anderen fällt es mir unglaublich schwer.
Schwer wie Blei, so fühlt sich mein Leben manchmal an.
Gelähmt, voran zu kommen. Aber ich versuche immer wieder, mutig zu sein und Neues anzugehen.
In den letzten Wochen ist Musik wieder verstärkt mein Wegbegleiter. Musik kann Traurigkeit verstärken, ablenken oder sich erinnern lassen – an diese gewissen Momente, die für immer im Herzen bleiben.
Heute habe ich versucht, mich abzulenken, während ich arbeiten war. Aber immer wieder kamen die Gedanken auf, an den Tag vor drei Jahren. An die Tage und Stunden zuvor. Denn auch wenn ich immer wieder vom Alltag abgelenkt war, so umgibt mich seit Tagen ein Gefühl, das ich für immer und ewig in mir tragen werde.
„So still, dass jeder von uns wusste, das hier ist für immer
Für immer und ein Leben und es war so still
Dass jeder von uns ahnte, hierfür gibt′s kein Wort
Das jemals das Gefühl beschreiben kann
So still, dass alle Uhren schwiegen
Ja, die Zeit kam zum Erliegen
So still und so verloren gingst du fort
So still und so verloren gingst du fort
So laut die Stunden nach dem Aufschlag, als es galt
Das alles zu erfassen und verstehen und es war so laut
Dass alles, was wir dachten, nichts als Leere zu uns brachte
So laut und so verloren war es hier
Als Stille bei uns wohnte, anstatt dir“
Den Song „Still“ von JUPITER JONES hatte ich schon lange vor Emmas Diagnose in meiner Playlist. Wer konnte ahnen, dass er irgendwann genau das ausdrücken würde, was ich fühlen werde….?
Meine Gefühle fahren Achterbahn an diesem besonders schweren Tag.
Tiefe Traurigkeit und die Erinnerung an die Zeit vor drei Jahren wechseln sich ab mit Stolz und Dankbarkeit. Stolz auf mein Mädchen. Dankbar, Emmas Mama sein zu dürfen. Dankbar, dass ich sieben Jahre an ihrer Seite sein durfte. Dankbar für all das, was sie mir mitgegeben hat in ihrem kurzen Leben.
Aber auch dankbar für all die lieben Wegbegleiter, die an meiner Seite sind. Die helfen, dass Emma unvergessen bleibt und die ganz genau wissen, was mir gut tut. Die mir an so schweren Tagen wie heute ein Lächeln ins Gesicht zaubern…

Emmas 10. Geburtstag

Meine Maus, mein Himmelsmädchen, mein Geburtstagskind, meine Emma!
Heute ist dein Geburtstag, dein 10. Geburtstag und 3. Geburtstag im Himmel. Drei Geburtstage, die wir schon ohne dich feiern müssen und es fühlt sich immer noch so unrealistisch an.
Denn das Wichtigste an diesem Tag fehlt, DU FEHLST!
Seit Wochen mache ich mir Gedanken um den heutigen Tag. Meine Ansprüche an mich selbst nicht erfüllen zu können, fressen mich förmlich auf. Wie kann man den Geburtstag auch gebührend gestalten und feiern, wenn DU fehlst?
Ich versuche, hier auf Erden den Tag so zu gestalten, wie er dir gerecht wird. Mit lieben Menschen, mit Geschenken, mit tiefen Gedanken und mit Luftballon-Grüßen zu dir in den Himmel.
Ich hoffe so sehr, dass all deine Engelsfreundinnen und -freunde heute ordentlich mit dir feiern – DICH FEIERN! So wie du es gerne magst, mit leckerem Obst, bunt verzierten Muffins, einem Kuchen mit Kerzen drauf und glitzernder Dekoration. Mit Liedern, mit Tanzen und mit ganz viel Lachen. Das wünsche ich mir für dich.
Für mich wünsche ich mir auch etwas – vielleicht hilfst du mir dabei?
Ich wünsche mir, dass ich wieder Kraft finde, Dinge zu erledigen, die mir wichtig sind. Kraft zu finden für mich selbst. Dass das Funktionieren im Alltag nicht mehr belastend ist, sondern „okay“. Dass ich Fotos von dir ansehen kann, ohne zu weinen, sondern mit einem Lächeln auf den Lippen und schönen Gedanken an unsere gemeinsame, wenn auch viel zu kurze Zeit.
Dass die Gedanken um deine Krankheit und deine letzten schweren Monate überstrahlt werden von all den wundervollen Momenten und Jahren, die wir zusammen sein durften.
Ich wünsche mir viel zu oft, dass ich bei dir sein könnte. Dabei habe ich hier auf Erden noch viele Aufgaben zu erfüllen, das weiß ich. Aber es fällt mir so schwer, meine liebe Emma. All die unerledigten Dinge, die auch dich betreffen, belasten mich einfach so sehr und ich frage mich, wann ich es endlich schaffe, dies zu tun!
Ich muss lernen, dass die richtige Zeit kommen muss, um diese schweren Aufgaben anzugehen. Dass momentan einfach nicht der richtige Zeitpunkt ist. Ich muss lernen, mich nicht immer über Dinge zu ärgern, die ich nicht ändern kann. Ich muss lernen, nicht enttäuscht zu sein, wenn andere nicht das tun, was ich erwarte. Ich darf keine Erwartungen haben. Denn alles hat seinen Sinn.
Vergangenes Wochenende dachte ich ganz intensiv über deinen letzten Geburtstag hier auf Erden nach. Denn ich war mit Quirin bei McDonalds, wo du deinen 7. Geburtstag mit deinen Freundinnen feiern wolltest. Es war so heiss an diesem Tag, dir ging es nicht gut, du warst erschöpft und müde – aber trotzdem haben wir es gemeinsam geschafft, dass du deine Freundinnen nochmal um dich versammeln konntest. Wir haben den Moment auf einem Foto festgehalten.
Ich muss das Foto in meinem Telefon nicht suchen, ich sehe es vor meinem inneren Auge, wie erschöpft du auf diesem Bild warst, aber wir haben es zusammen geschafft, diesen letzten Geburtstag so zu feiern, wie du es dir gewünscht hast. Es gab keine Klimaanlage bei McDonalds (gibt es übrigens bis heute nicht – wollte ich nicht mit den Leuten dort schimpfen, weil es für dich so anstrengend war?!) und wir waren alle fix und fertig, du am allermeisten. Aber du wusstest ganz genau, dass dies dein letzter Geburtstag bei uns sein wird und deshalb war es dir so wichtig. Alles hat seinen Sinn. Alles hat einen Grund. Das wird mir immer wieder bewusst und ich muss akzeptieren, dass es auch einen Grund hat, warum du so früh gehen musstest. Warum ich hier noch viele Jahre überstehen muss, bevor wir uns wiedersehen.
Weißt du, was ich mir wünschen würde? Wofür ich alles aufgeben würde, was mir lieb und teuer ist? Ein Besuch bei dir im Himmel. Ich würde mir eine Leiter wünschen, zu dir in den Himmel, um dich – wenn auch nur kurz – zu drücken und zu küssen und in dein liebliches Angesicht zu blicken. Dir über deine zarten Wangen streicheln, deine roten glänzenden Haare zu berühren, deine Stimme zu hören – und ein „Ich liebe Dich, Mami“. 
Ich weiß, das ist nicht möglich. Aber vielleicht besuchst du mich bald mal wieder im Traum und erzählst mir, wie ihr Engel deinen Geburtstag gestaltet habt?
Das wäre schön.
Emma, ich liebe dich so sehr, ich liebe dich bis zum Himmel und zurück.
Mein Mausebär, mein Herz ist gebrochen und heute blutet es ganz stark.
Bitte hilf mir, es ein klein wenig zu heilen – du hast doch sicher noch Hello Kitty oder Frozen Pflaster bei dir? Oder soll ich mal das Zauberspray suchen, das wir immer benutzt haben, als wir im Krankenhaus waren? Das ist eine Idee. Ich mach mich mal auf die Suche.
Ich wünsche dir einen zauberhaften Geburtstag, mein Engel. Schick uns ein Zeichen, um zu zeigen, dass du unsere Gedanken und unsere Liebe empfangen kannst.
In ewiger Liebe,
Deine Mama

Geburtstagsvorbereitungen und Abwärtsspiralen

„Früher“ hätte ich zu diesem Zeitpunkt, 3 Tage vor Emmas Geburtstag, schon alles geplant und vorbereitet gehabt.
Seit Wochen hätten wir schon gerechnet – „wie oft noch schlafen?“ und voller Vorfreude den 21. Juni erwartet.
Die Geburtstagsparty wäre geplant gewesen, die Gäste eingeladen, die Geschenke gekauft und eingepackt, Kuchenrezepte herausgesucht, Dekoration besorgt. Natürlich alles in einem bestimmten Motto oder in ausgewählten Farben.
Und heute…..im Jahr 2022, kurz vor Emmas 10. Geburtstag? Nichts davon.
Ich muss diesen besonderen Geburtstag alleine planen, ohne das Geburtstagskind an meiner Seite, das sich voller kindlicher Glückseligkeit auf ihren großen Tag freut!
Seit Tagen wühlt mich die innere Unruhe mehr und mehr auf. Ich MUSS nun endlich Emmas 10. Geburtstag planen. Ich möchte dies so sehr und dennoch bin ich kraftlos, etwas zu tun. Permanent verliere ich mich in Gedanken um die Geburtstagsvorbereitungen und dennoch bin ich gelähmt, einen klaren Gedanken zu fassen.
Alles dreht sich mehr und mehr darum, was Emma inzwischen gefallen würde. Ich stecke fest in den Wünschen und Interessen meiner siebenjährigen Emma.
An Emmas letzten Geburtstag hier auf Erden, da wusste ich ganz genau, was sie sich wünscht, was sie interessiert, woran sie Freude hat. Was gerade so angesagt ist bei den Mädchen.
Aber drei Jahre später bin ich alleine und habe keinerlei Ahnung.
Den letzten Geburtstag, den wir unbeschwert zusammen geplant haben, das war Emmas 6. Geburtstag im Jahr 2018, kurz vor ihrer Diagnose. Vor vier Jahren…es fühlt sich wie eine Ewigkeit an, wie in einem anderen Leben.
Seit Wochen oder gar Monaten passiert etwas mit mir, es verändert sich etwas. Ich bin langsam, aber sicher in eine ganz tiefe Trauerphase geglitten und der Strudel hat mich mehr und mehr nach unten gezogen. Gerade fühle ich mich am Ende angekommen – aber wir wissen alle „schlimmer geht immer“.
Es sind viele Dinge passiert in den letzten Monaten und Wochen, viele einschneidende Erlebnisse und Ereignisse, die all das verstärkt oder auch hervorgerufen haben.
Irgendwann kann ich vielleicht auf einzelne „Themen“ eingehen und euch davon erzählen. Jetzt kann ich nur sagen, dass es mich, trotz der schrittweisen Entwicklung, vor einigen Tagen so hart getroffen hat, wie ich es nie erwartet hätte.
Trauer hat viele Gesichter! Oh ja! Ich wollte all diese Gesichter nie kennenlernen und trotzdem kann ich mich dessen nicht entziehen. Sie kommt geballt, unvorbereitet und plötzlich macht es BUMM und trifft einen so sehr. Auch wenn man sich gefühlt schon lange in der Abwärtsspirale befunden hat.
Das ist auch der Grund, warum ich mich lange Zeit zurück gezogen habe. All die Menschen, die das hier lesen, werden nun auch verstehen können, warum ich mich nicht gemeldet habe, warum ich nicht erreichbar bin oder warum ich seit Wochen oder Monaten eine WhatsApp Nachricht nicht gelesen habe.
Ich dachte immer, ich sei stark. Wie oft habe ich gehört, wie stark ich sei.
Vielleicht bin ich das.
Aber seit einiger Zeit bin ich alles andere als stark. Und das ist okay so. Ich war lang genug stark. Gerade geht es nicht.
Und ich hoffe sehr, es kommt wieder anders.
Auf bald,
liebe Grüße
Marion mit Emma im Herzen

Weihnachten 2021

Meine Emma, auch wenn ich nur erahnen kann, was auf deinem Wunschzettel dieses Jahr gestanden hätte, so bin ich glücklich, dass nun doch noch etwas für dich unter unserem Baum lag.

Morgen werde ich es dir ans Grab bringen.

Leider sind meine Erinnerungen an deine Lieblingsspielsachen schon über zwei Jahre alt. Heute mit 9 Jahren hättest du sicher schon andere Interessen und Vorlieben…aber diese durfte ich leider nie erfahren.

So bleibst du für immer meine Eiskönigin und hast deswegen auch eine Elsa bekommen.

Ach Emma, vermissen tut so weh… ?

Ich hoffe du warst heute bei uns und hast uns geholfen, als wir Pius Playmobil Haus zusammen gebaut haben.
Und beim Pizza vorbereiten und essen, beim Krippenspiel in unserem Dorf (wie sehr erinnere ich mich ans Krippenspiel 2018, als du so schwach warst, dass du in Papas Armen eingeschlafen bist).

Als meine Tränen über meine Wangen liefen, hast du sie getrocknet, oder?

Ich liebe dich, bis zum Himmel und zurück, mein Engel ???.
Deine Mama

Vorweihnachtszeit

Die ganze Vorweihnachtszeit bis heute habe ich es verdrängt, von mir weggeschoben – die Angst vor dem 3. Weihnachten ohne Emma.

Heute kam es geballt, ungebremst, mit voller Wucht. Das Herz schmerzt. Ich frage mich gerade, warum. Warum ausgerechnet jetzt?

Gerade jetzt, wenn ich die letzten Vorbereitungen erledigen muss….den Baum schmücken, die Geschenke verpacken. Wenn ich funktionieren muss, es für meine Jungs „schön“ machen muss.

Vorhin kam es mir wie aus dem Nichts…der Gedanke „ich habe heuer kein Geschenk für Emma“. Die letzten beiden Jahre habe ich ihr ein Geschenk ans Grab gebracht. Das habe ich heuer nicht gemacht.
Warum?
Ich weiß es nicht.

Ich habe ihr Grab letztes Wochenende weihnachtlich geschmückt. Das ist doch ein Geschenk, sage ich mir. Dennoch fühlt es sich nicht richtig an. Ich hätte gerne etwas Schönes für meine Emma gekauft, ihr eingepackt und ans Grab gebracht.
Oder unter den Baum gelegt und dann am nächsten Tag ans Grab. Ich habe es heuer nicht gemacht und ich fühle gerade meinen Schmerz und wie ich mir selbst Vorwürfe mache.Ist das das Zeichen, das sich die Trauer weiter entwickelt?

Man „solche Dinge“ nicht mehr macht?

Ein wichtiger Bestandteil unserer Familie fehlt.
Am Heiligabend, beim Geschenke auspacken, beim Abendessen.

Es fehlen glänzende Augen, rote Backen, ein glückliches Lachen – ein zufriedenes Mädchen, das wochenlang auf diesen Moment hin gefiebert hat.

Ich wollte es nicht und trotzdem trifft es mich gerade so unerwartet, mitten ins Herz.

Nun habe ich kurzerhand beschlossen, morgen nochmal einkaufen zu fahren, auch wenn ich eigentlich nicht mehr in ein Geschäft wollte, in all dem Trubel.
Um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen? Vielleicht.
Aber vor allen Dingen, um Emma gerecht zu werden.
Das hat sie verdient und ich muss das tun, für sie, für mich, für uns.

In diesem Sinne – ich wünsche euch allen ein schönes, friedliches, sinnliches Weihnachtsfest mit euren Liebsten.
Umarmt und küsst sie ganz fest.

Marion mit Emma im Herzen, für immer und ewig.
Für Emma und ewig.

Weltgedenktag für verstorbene Kinder

Auch bei uns brennt eine Kerze, wie fast jeden Tag.

Für Emma und alle anderen Engel, die viel zu früh unsere Welt verlasen mussten und die unendlich vermisst werden.

Heute war ich seit Monaten bei meiner Mama, lange Zeit habe ich sie nicht gesehen, nur ihre Stimme am Telefon gehört. Im Haus meiner Eltern spüre ich jedesmal meinen Papa und Emma. Ich spüre ihre Seelen so intensiv bei uns und zugleich eine unendliche Leere.

Nie habe ich erahnen können, wie schmerzhaft vermissen sein kann…

Erwartungen

Ich frage mich so oft, warum andere Menschen gewisse Erwartungen an mich haben.
Ich frage mich, ob ich so „falsch“ ticke, zu verbohrt bin und nicht den Erwartungen entsprechen will.
Oder ist es so, dass diese Menschen nicht emphatisch genug sind, sich in trauernde Personen wie mich hineinzuversetzen?

Dabei erwarte ich von niemanden, dass er sich in meine Lage versetzt, sich vorstellt, wie es sich anfühlt, sein Kind durch eine unheilbare Krankheit und in den Tod zu begleiten. Aber ich erwarte, dass man VERSTÄNDNIS hat für mein Tun und Handeln, meine für andere ungewöhnliche Art und Weise mit dem Leben umzugehen.

Keiner kann es sich vorstellen, wie sich MEIN Leben ohne Emma anfühlt. Keiner erlebt mein Leben, keiner fühlt meinen Schmerz, keiner lebt in meinem Körper mit einem gebrochenen Herzen. Ich möchte mich nicht rechtfertigen müssen, für das, was ich wie tue.

Aber leider erlebe ich das immer wieder. Dabei möchte ich nichts anderes, als Verständnis für mich, die Person Marion im hier und jetzt.Es bringt nichts, mich mit anderen zu vergleichen, mit einer „normalen“ Mama, einer „normalen Familie“.
Und auch nicht mit mir und meiner Person vor Emmas Diagnose. Es ist verdammt nochmal einfach nicht mehr so wie FRÜHER. Aber so merke ich – auch ich lebe mit Erwartungen. Mit Erwartungen an meine Mitmenschen für mich. Bin ich genauso wie diese Menschen, deren Verhalten ich kritisiere?

Ich denke so oft an den treffenden Satz „Das Kind erkrankt an Krebs, die Familie leidet an Krebs.“

Denn genau so ist es und zwar das ganze restliche Leben lang! Muss ich akzeptieren, nicht mehr ein Teil der Gesellschaft zu sein, bloß weil ich nicht so funktioniere, wie man es von mir erwartet? Warum sind die Leute oft so? Ich erwarte auch nicht, dass andere Menschen ihr Leben so leben, wie ich es für richtig halten würde. Selbst wenn ich es mir denke, ich spreche es nicht aus. Weil es mich einfach nichts angeht.

Wie ihr meinen Zeilen entnehmen könnt, befinde ich mich im Moment (wieder mal) in einem seelischen Tief, ausgelöst durch etliche Situationen der letzten Wochen. So sitze ich da und fühle mich erneut so hilflos und einsam, obwohl ich nicht alleine bin. Ich habe liebe Menschen um mich herum, meine Familie. Dennoch bin ich mit meinen Gefühlen ganz alleine. Aber auch das ist gut so, denn in diesen Phasen kann man sich ganz tiefgründig mit sich und seinen Gefühlen und Gedanken befassen. Ich lebe zum Teil in einer Blase, in der ich nur für mich bin.
Und wisst ihr was?
Ich geniesse das. Denn in meiner Blase kann mir keiner was anhaben. Die Blase schützt mich auf gewisse Art und Weise vor den Einflüssen von aussen. Und so lange ich es in meiner Blase aushalte, so lange bleibe ich auch drin und kämpfe mit meinen eigenen Gefühlen.

Bis ich wieder bereit bin, rauszukommen und mich all dem zu stellen. Gestärkt von meiner Pause in meiner ganz persönlichen, eigenen Blase.

In diesem Sinne – einen gesegneten Feiertag.

Ich brauche nicht zu schreiben, dass man an diesem Feiertag an die Verstorbenen denkt. Denn wir denken tagtäglich an unsere Lieben, die nicht mehr bei uns sind.
An diesem heutigen Tag gehen wir gesammelt an die Gräber, um zu signalisieren, dass wir da sind.
Obwohl wir ja immer da sind, zusammen sind, in Gedanken, in Träumen und im Herzen.

Bis bald,

Marion mit Emma im Herzen

Tierbeobachtung im Garten

Die Sonne scheint auf meinen Rücken, das emsige Summen und Brummen ist faszinierend.

Stille.

Nur ein wenig Wind ist zu hören und die lauten Geräusche dieser wunderschönen Insekten.

Die Zeit steht still.

Für einen kurzen Moment fühle ich mich als befände ich mich in einer Zwischenwelt.

Schön.

Einzigartig.

Ich speichere diesen Moment in meinem Herzen. ?

10 Monate ohne Emma…

Emma und Marion

Heute vor zehn Monaten ist Emma zum Engel geworden, 305 Tage bin ich nun schon ohne sie, bin 305 mal aufgewacht, ohne ihren Anblick…ohne sie berühren zu können. 

Es waren harte zehn Monate, mit vielen Hochs und Tiefs.

Es gibt wahnsinnig traurige Tage, voller Leere und Sinnlosigkeit, gefüllt mit tränenreichen Erinnerungsmomenten, in denen ich Bilder betrachte, mich in die Zeit vor der Diagnose und während der Berge und Täler der Krankheit hinein fühle und mich so hilflos, klein und alleine fühle. 
Denn sie fehlt mir so sehr, meine Emma fehlt mir so sehr an meiner Seite, die mich begleitet auf meinem Weg, mir Trost spendet in schwierigen Zeiten und mit mir lacht, springt und tanzt.

Lachen, springen, tanzen – all das mache ich ab und an noch, aber anders. Mit Wehmut an die Zeit, als Emma noch unbeschwert in unserer Familie sein durfte. 

Der Alltag holt mich mehr oder weniger zwangsweise immer wieder ein, man hat Dinge zu tun, die nunmal zu tun sind. 
Dinge, die mich jedesmal daran erinnern, daß mein drittes Kind, meine Emma, so sehr fehlt und bei uns sein sollte, beim „Bewältigen“ des Familienalltags mit all seinen Hürden und schönen Erlebnissen.

Diese traurigen, grauen Tage werden aber auch oft, ganz unverhofft, mit Sonnenschein erfüllt. 
Wenn es einen Moment gibt, in dem ich an Emma denke und ein Lächeln auf meinen Lippen verspüre, wenn ich ihr zauberhaftes Wesen förmlich spüre. Ihr Wesen und ihre Art, all das, was mir so viel Kraft gegeben hat – und immer noch gibt! 

Denn Emma würde nicht wollen, daß ich nur traurig bin. Und sie schenkt mir unglaublich berührende Momente, einzigartige Begegnungen mit wunderbaren Menschen, Momente voller Zuversicht und mit positivem Blick auf die Zukunft – denn ich habe es mir zum Ziel gesetzt, in EMMAS VERMÄCHTNIS etwas zu (er)schaffen. 

Ich möchte, daß DIPG bekannter wird und ich möchte unentwegt von meiner Emma erzählen, so daß sie NIE vergessen wird! 

Die großartige und unvorhersehbar erfolgreiche Idee „Ein Hase für Emma“ bestärkt dies sehr, denn mit dieser einzigartigen Spendenaktion kommt meine Emma in so viele Familien. 
Gedanklich und in Form eines Emma-Hasen, der viele Leute tagtäglich an meine Emma erinnert. 
An ihren Kampf, ihren Löwenmut und ihre Stärke, ihre unbändige Liebe und ihr zauberhaftes Wesen. 

Ich fühle mich stolz, der Forschung und Dr. Beck helfen zu können, dazu beitragen zu können, daß es zukünftig eine Hoffnung gibt für viele „DIPG-Familien“. 

Wir planen viel und ich habe so viele Ideen, bin voller Tatendrang und fühle mich beflügelt. Auch wenn mich der Alltag und meine persönlichen Probleme immer wieder einholen. Aber in schweren Momenten denke ich an Emma, denke daran, was sie alles geschafft hat, wie zuversichtlich sie war und wie stark. 
Ich habe viel gelernt von meiner kleinen Maus und auch wenn ich immer wieder dazu tendiere, in alte Raster zu verfallen, dann sehe ich etwas von ihr…ein Bild in meinem Kopf oder ein Spielzeug von ihr, und schon schiebe ich die dunklen Wolken in meinen Gedanken beiseite, sehe ihr Lächeln vor meinen Augen und mache weiter, immer weiter. Ich möchte, daß sie stolz ist auf mich. Und ich tue alles dafür, um ihr – wenn meine Zeit gekommen ist – glücklich in die Arme fallen zu können und gemeinsam mit ihr unendlich stolz zu sein – als Löwenmama und Löwenbaby. 

Marion mit Emma im Herzen