Zwischen diesen zwei Fotos liegen nicht nur zwei Jahre der Alterung und einer veränderten Frisur. Zwischen diesen Fotos liegen viele Tränen, eine Menge Erfahrungen und der Verlust meiner einzigen Tochter Emma. Eine andere Marion sehe ich da selbst auf diesem Foto von 2020.
Seit gestern beschäftigt mich ein Kommentar auf meinen letzten Beitrag und ich möchte dazu ein paar Worte schreiben.
Oft höre ich, daß ich noch zwei weitere zauberhafte Söhne und einen starken Ehemann habe, die mir Mut geben sollen für den Alltag, für die Zukunft, aus denen ich Kraft schöpfen soll und die mich zum lächeln bringen sollen.
Das alles ist mit jedem Wort richtig und immer gut gemeint, das weiß ich.
Insgeheim würde ich es mir auch wünschen, daß es so ist.
Aber es ist nicht so.
Ich habe mich verändert. Seit der DIPG-Diagnose im Juli 2018, dem gemeinsamen Weg mit Emma durch die Krankheit und die Begleitung in den Tod haben mich zu einem anderen Menschen gemacht.
Meine Söhne werden NIE wieder die Mama erleben, die ich vor dem Sommer 2018 war.
So sehr ich auch möchte, in mir schwingt immer eine Traurigkeit mit sowie eine Sehnsucht bis zum Wiedersehen mit Emma.
Ich habe mein Lächeln verloren, es fällt mir schwer, selbst bei den besten Witzen zu lachen, unbeschwert und glücklich zu sein, positiv in den Tag zu starten.
Ich bin der Meinung, daß so ein Schicksal die gesamte Familie verändert.
Trotz Trauerbewältigung, professioneller Hilfe und einem guten Willen, das Leben weiter zu leben und den Kindern und sich selbst ein schönes restliches Leben zu bereiten.
Es wird immer jemand fehlen. Bei allem, was wir tun, so schön es auch ist, fehlt Emma an unserer Seite, an unserer Hand.
Ich weiß auch, daß Emma nicht wollen würde, daß wir traurig sind, daß wir nicht mehr lachen und immer ans Vermissen denken.
Aber (noch) kann ich nicht, vielleicht wird es irgendwann anders.
Dennoch werde ich den Rest meines Lebens mit einem gebrochenen Mama-Herz weiterleben müssen und alle Leute um mich herum, auch meine anderen beiden Kinder, müssen mich jetzt so akzeptieren, wie ich nun bin:
Eine verwaiste Mama von einer wunderbaren einzigartigen Tochter, meiner Emma
Spenden für die Forschung
Ich bin jeden Tag tieftraurig und erschüttert über die DIPG-Schicksale, von denen ich mehr oder weniger nah mitbekomme.
Zur Zeit kämpft der süße Prinz OSKAR (@rosahering bei Instagram) und viele andere Kinder gegen DIPG.
Emma und unzählige DIPG-Kämpferinnen und -Kämpfer sind „Opfer“ dieses grausamen Gehirntumors und wurden zu Engeln.
Keiner und nichts konnte sie mit dem derzeitigen Stand der Medizin retten und sie mussten uns viel zu früh verlassen und einen schweren Leidensweg durchschreiten.
Dr. Alexander Beck, Leiter der Stiftung für Innovative Medizin, forscht in München, unweit von unserem Wohnort, mit seinem Projekt „Gemeinsam gegen kindliche Hirntumore“ unermüdlich für eine wirksame Therapie zur Bekämpfung des Ponsglioms.
Ich durfte diesen charismatischen Mann kennenlernen und bin überzeugt von seiner Arbeit, seinem Willen und seiner Tatkraft, den Kindern zu helfen, die leider auch in Zukunft am Ponsgliom erkranken und derzeit – so wie auch Emma – „nur“ die Standardtherapie erhalten können.
Von Beginn an war es für mich klar, daß wir die verbliebenen Spendengelder, die ihr, liebe Follower, Unterstützer und Helfer für meine geliebte EMMA gespendet habt, an Dr. Beck weitergeben möchten.
Die Trauer um Emma, die Planung der Beerdigung, das erste Weihnachen ohne sie, das neue Jahr, in dem ich wieder mit einer Teilzeittätigkeit bei meinem alten Arbeitgeber begann, dann die Corona-Krise und nun auch noch der Verlust meines Papas…all das stand mir bisher im Weg, um in Ruhe und mit Bedacht die Spendenübergabe zu planen.
Eigentlich wollte ich zur Übergabe der Spenden noch einmal zu Dr. Beck nach München fahren, aber die Umstände im Moment ermöglichen dies nicht.
Dort wird es so dringend benötigt und ich hoffe, daß wir Emma zu Ehren einen Teil zur Forschung beitragen können – immer in der Hoffnung auf einen Erfolg und einen neuen Therapieansatz für die Bekämpfung von DIPG!
Bis bald,
ganz liebe Grüße
BLEIBT GESUND
Marion mit Emma im Herzen
Mein Wort zum Mittwoch
Noch einmal möchte ich meine Meinung zu Corona mitteilen und verständlich machen, wie ich es, als betroffene DIPG-Mama, die Sache sehe.
Ich möchte DIPG nicht mit Corona vergleichen, aber erläutern, warum dies für mich und für uns als Familie keine so große Ausnahmesituation darstellt als für manch andere, was ich vollkommen verstehen kann.
Wir befinden uns seit Emmas Diagnose, seit dem 13. Juli 2018, in einer Ausnahmesituation.
Von einem Tag auf den anderen wurde unser bis dahin „normales“ Familienleben auf den Kopf gestellt.
Von diesem Tag an war nichts mehr wie vorher.
Mein Leben wird nie mehr das sein, was es war.
ICH wurde von diesem Tag an in meinem Grunddenken des Lebens, der Idealvorstellung einer Familie, komplett umgestellt.
Ich musste mich plötzlich mit Ängsten befassen, die ich vorher nie hatte.
Ich musste meinem Kind, ihren Geschwistern und der ganzen Familie, Freunden und Bekannten sagen, daß meine Tochter an einem unheilbaren Tumor erkrankt ist und diesen Krebs nicht überleben wird.
Neun Monate hiess es – wie schnell vergehen neun Monate in unserem Leben? Neun Monate war die Prognose, die zu einem Kampf von 14 Monaten wurden.
Stellt euch vor, es gäbe eine extrem schlimme Form von Corona – eine Sonderentwicklung des Virus, den nur 1 % oder weniger der Bevölkerung betrifft, auch Kinder und bislang gesunde Erwachsene.
Der Arzt stellt diese Form von Corona fest, sagt euch bei Diagnose, daß man mit diesem Virus nur etwa neun Monate zu leben hat.
Man bekommt sofort Medikamente, Behandlungen und Therapien, weiß aber zu diesem Zeitpunkt bereits, daß keiner diese Maßnahmen zur Heilung beitragen, sondern zum Tode führen wird.
Man versucht neben der Standard-Behandlung viele verschiedene Sachen – Naturmedizin, individuelle Therapien, die selbst finanziert werden müssen.
Manche Dinge machen Hoffnung, man wünscht sich, eine Ausnahme zu sein, den Durchbruch zu schaffen, aber im Laufe der Krankheit erlebt man Höhen und Tiefen und wird immer wieder von der Tatsache eingeholt, daß man einer der wenigen ist, die es mit einer der schlimmsten Krankheiten getroffen hat.
Man bekommt Tipps…man soll die Zeit geniessen, Erinnerungen schaffen. Gemeinsame Erlebnisse, um alles abzuspeichern für die Zeit danach. (Wie soll man das bitte so einfach tun, immer mit dem Wissen, daß es NIE mehr so sein wird wie vorher?)
Man merkt, daß der Körper gegen das Virus arbeitet und versucht, den Feind zu bekämpfen. Es gibt Tage der Hoffnung, die aber innerhalb von Stunden wieder zunichte gemacht werden können.
Man muß sich plötzlich anders verhalten – regelmäßig zum richtigen Zeitpunkt die verordneten Medikamente einnehmen, darauf achten, wann und wie welche Medizin genommen werden muß.
Man stellt seine Ernährung um, schränkt sich in seinem Alltag stark ein.
Hat mit Nebenwirkungen der Medikamente und mit Auswirkungen der Krankheit zu tun, die wiederum behandelt werden müssen, oftmals kurzfristig und ohne Wissen, ob es der richtige Weg ist.
Man muß regelmäßig zur Kontrolle zum Arzt, bangt jedes Mal bis zum Erhalt des Ergebnisses. Das Ergebnis bestätigt einen in der richtigen Verhaltensweise oder erfordert eine erneute Umstellung.
Man ist jederzeit darauf vorbereitet, ins Krankenhaus zu müssen, nicht mehr frei zu sein.
FREI SEIN – dies ist man allerdings bereits ab der Diagnose nicht mehr.
Nicht nur der Patient selbst, sondern das gesamte nahe Umfeld.
Irgendwann verschlechtert sich die gesundheitliche Situation so sehr, daß man sich bewusst wird – „Die Prognose wird zutreffen, es wird so kommen, wie es die Ärzte prophezeit haben.“
Ich möchte euch damit sagen, es kann JEDEN treffen, auch bereits vor dem Frühjahr 2020, seit Corona uns alle plötzlich betrifft und gefährdet.
Aber wir sind uns selbst oft so sicher, auch ich bis zu Emmas DIPG-Diagnose, daß alles „normal“ laufen wird.
Die wenigsten gesunden Menschen befassen sich mit dem Tod, mit einer schlimmen aussichtslosen Krankheit. Auch ich habe bis zum Juli 2018 nicht darüber nachgedacht. Warum auch? Es lief ja alles ganz „okay“…
So gesehen harre ich der Dinge und vergesse nie, daß – egal was kommen wird – ich es schaffen werde, denn Emma hat es auch geschafft und wir als Familie.
Wir dürfen uns nicht so sicher sein, unsere Freiheit nicht zu schätzen wissen – denn wie wir jetzt sehen, kann sich unser Leben von einem auf den anderen Tag grundlegend ändern.
Bitte versteht mich nicht falsch, ich möchte Corona nicht abwerten und nicht den Eindruck erwecken, daß ich es nicht ernst sehe.
Ich möchte nur sagen – MICH erschüttert nichts mehr so schnell. Und ich bin gewachsen an schier unlösbaren Aufgaben des Lebens.
Die Einzelschicksale der Menschheit, wie Kinder, die plötzlich an DIPG erkranken oder andere unheilbare oder chronische Krankheiten, mit denen Menschen unter uns tagtäglich zu kämpfen haben, treten in den Hintergrund.
Die Medien berichten in Dauerschleife von Corona, in den sozialen Medien ist es vertreten wie kein anderes Thema, die Leute reden über (fast) nichts anderes mehr.
Es heisst immer, es ist zu wenig Geld für Forschung vorhanden.
Nun, da es so viele Leute betrifft, sieht die Situation anders aus. Ich verstehe es auch, daß gegen Corona mit Hochdruck geforscht wird, weil es eben so viele betrifft und gefährdet. Und es ein Riesenerfolg wäre, wenn ein Impfstoff gegen Corona gefunden wird.
Aber ebenso würde ich mir wünschen, daß Dr. Beck gegen DIPG etwas findet und damit den Durchbruch schaffen würde – die ganze Welt würde profitieren, wenn etwas gegen Hirntumore gefunden wird. Nicht die Menge an Menschen, die nun wegen Corona gefährdet sind, aber sehr viele Kinder und Erwachsene, die noch immer, in unserer modernen Zeit, an einem Gehirntumor sterben müssen.
Es gab schon viele schwere Krisen – Pest und Cholera, spanische Grippe, asiatische Grippe, russische Grippe und und und – nur WIR in unserem Zeitalter waren bisher nicht betroffen von großen Pandemien.
Unser Leben hängt immer an einem seidenen Faden, das vergessen wir leider nur zu oft.
Ich wünsche euch alles Gute, bleibt gesund!
Ganz liebe Grüße und bis bald
Marion mit Emma im Herzen
Spendenübergabe an die Stiftung für innovative Medizin
Vergangenen Samstag fuhren mein Mann und ich zusammen mit Tanja Scholz zu Dr. Alexander Beck nach München.
Tanja hat unsere Geschichte über Facebook verfolgt, nachdem sie auf Tinas Facebook-Seite „DIPG-Info“ von unserem Schicksal gelesen hatte.
Tanja wohnt bei uns in der Nähe, nur etwa eine Stunde Autofahrt entfernt.
So lud sie uns kurzerhand zu ihrer Geburtstagsfeier im Februar ein und stellte uns ihren Freunden und Bekannten als „blind Ehrengäste“ vor.
Sie erzählte von Emma und dem Grund, warum sie sich zu ihrem Geburtstag keine Geschenke wünsche, sondern eine Spende.
Denn durch das Verfolgen der traurigen Schicksale der kleinen DIPG-Kämpferinnen und -Kämpfer wusste Tanja, wie wichtig es ist, die Forschung von Dr. Beck und seiner Stiftung für Innovative Medizin zu unterstützen.
Bei Tanjas Fest erlebten wir eine wohltuende kleine Auszeit vom Alltag und viele schöne Gespräche.
Mehrere Gäste fragten uns nach Emma, nach DIPG und wie es uns nun als Familie geht.
Wir redeten wie immer gerne über unseren Engel, unserem Leben mit einem krebskranken Kind und unseren gemeinsamen Weg.
Und wie wichtig es ist, daß die Forschung vorangetrieben wird, um endlich etwas gegen diesen Tumor zu finden.
Wir freuten uns sehr, als Tanja uns wenige Tage später berichtete, daß bei ihrer Party 1.300 Euro gesammelt wurden.
So waren wir letzten Samstag in München, um die Spenden zu übergeben, die einen kleinen, aber doch großen Teil zur Forschung beitragen – getreu dem Leitsatz „GEMEINSAM gegen kindliche Hirntumore“.
Dr. Beck zeigte uns sein Labor, berichtete von den aktuellen Erkenntnissen, erläuterte uns seine Arbeit und den Zweck seiner Stiftung.
Es war insbesondere für Tanja sehr interessant, zu sehen, wie in der Forschung gearbeitet wird und welche Geräte und Materialien benötigt werden.
Aber auch für meinen Mann und mich war es wieder informativ, auch wenn wir bereits vergangenen Herbst die Ehre hatten, Dr. Beck kennenzulernen und das Labor zu besichtigen.
Ich setze mich gerne für die Forschung ein – damit es irgendwann, hoffentlich bald, die Nachricht gibt, daß kein Kind mehr wegen DIPG sterben muß.
Ich muß und möchte das tun, für Emma und alle anderen Engel, die den aussichtslosen Kampf gegen das Ponsgliom leider verloren haben.
Bei den Gesprächen kommen immer viele Erinnerungen hoch, an die schwere Zeit.
Die vielen Medikamente, die Emma nehmen mußte, die Untersuchungen, die Bestrahlungen, die Biopsie-OP und und und.
Und dann, tief in meiner Traurigkeit versunken, plane ich den Kampf.
Nicht mehr den Kampf gegen die böse Blume in Emma´s Kopf, sondern den Kampf gegen DIPG!
GEMEINSAM schaffen wir es. Davon bin ich überzeugt.
Ich bin stolz, Dr. Alexander Beck kennengelernt zu haben und durch seine Offenheit und seine Art und Weise, zu arbeiten, Einblick in die Hirntumorforschung bekommen zu haben.
Und ich bin stolz darauf, ihn unterstützen zu können.
Durch die Hilfe vieler lieben Menschen, denen unser Schicksal und da Schicksal vieler anderer DIPG Fighter sehr nahe geht.
Herzlichen Dank dafür!
Ich halte euch auf dem Laufenden.
Vielleicht gibt es bald noch mehr Möglichkeiten, für die Stiftung Spenden zu sammeln.
Ich habe einige Pläne…
Liebe Grüße und bis bald,
Marion mit Emma im Herzen
Danke Tina
Heute möchte ich mich bedanken.
Bedanken bei einer wundervollen Person – Tina.
Tina hat die Facebook-Seite „DIPG Ponsgliom – Information Und Unterstützung Betroffener“ vor einiger Zeit ins Leben gerufen, hat eine Homepage (https://dipg-infos.jimdofree.com) und ist bei Instagram unter dem Namen „dipginfos“ zu finden.
Nach Emmas Diagnose habe ich gegoogelt und gesucht, um Informationen zu erhalten und einen Austausch zu finden. So bin ich auf Tinas Seite gestossen und war so froh, genau an der richtigen Stelle gelandet zu sein.
Tina schreibt, obwohl sie selbst nicht direkt betroffen ist, so emotional und zugleich informativ, sachlich und ergreifend über die neu diagnostizierten DIPG-Kinder und -Erwachsene, berichtet über Fortschritte, Rückschläge, Behandlungen und hält alle Follower immerzu auf dem Laufenden.
Für alle tapferen Kämpfer, die den Kampf verloren haben, schreibt sie einen liebevollen Nachruf und lässt alle teilhaben an dem, was sie weiß, über diese mutigen und starken DIPG Fighter und ihre Familien.
Sie erinnert unermüdlich an die Kinder, schreibt Beiträge an den Geburtstagen und Todestagen, hält so die Erinnerungen wach und gedenkt mit einer unglaublich warmherzigen und liebevollen Art und Weise den Verstorbenen.
So war auch Emma schon mehrmals Teil der DIPG-Seite, da Tina oft auch unsere Beiträge geteilt hat.
Den Beitrag, den Tina zu Emmas Tod schrieb, hat mich so sehr gerührt und berührt, was mir wieder gezeigt hat, wie sehr Tina mir ans Herz gewachsen ist.
Sie ist eine der Personen, die ich zwar ohne unser schweres Schicksal nie kennengelernt hätte, die mir aber zeigt, wie sehr es hilft, zusammen zu halten, sich zu trösten, aufzubauen, zu informieren und füreinander da zu sein. DAS ist so wertvoll und ich schätze es zutiefst.
Wieder einmal hat mich Tina diese Woche emotional sehr berührt, als sie meine geliebte EMMA auf ihrer Homepage beschrieben und geehrt hat.
Lest gerne den Beitrag unter
und folgt Tina auf ihrer Facebook-Seite und bei Instagram.
Auf ihrer Homepage unter „Über uns“ erzählt Tina, wie sie auf DIPG aufmerksam wurde. Sie erzählt über Parker, ein Kind, das an DIPG erkrankt war und so Tinas Aufmerksamkeit erweckte. Seitdem kämpft sie mit großer Motivation mit allen betroffenen Familien mit und ist eine riesengroße Hilfe.
Der Austausch, die Verbreitung von Informationen und das Bewusstsein für diesen schlimmen Gehirntumor ist extrem wichtig und sollte noch mehr gefördert werden, als wir das bisher bereits tun.
Unterstützt uns, somit auch unsere Engel, die unerbittlich gekämpft haben und helft mit, daß endlich etwas gegen DIPG gefunden wird.
Ich danke euch herzlich.
Bis bald,
ganz liebe Grüße
Marion mit Emma im Herzen
PS: Das Foto von Emma wurde im April 2018 aufgenommen, kurz vor der Diagnose. Das Bild entstand während der Kommunion meines Sohnes Quirin in der Kirche, im Arm meiner Mama, beschützt und glücklich, aufgeregt über diesen besonderen Tag.
Die beiden hatten eine besondere Verbindung. Emma wacht hoffentlich immer gut über meine Mama, ihre Oma und erinnert sich an viele wundervolle Oma-Enkelin-Momente.
DIPG Video
Ein sehr bewegendes Video zum Thema DIPG findet ihr hier. https://youtu.be/goUkcp6KcyA
Gedanken zum Kinderkrebstag
Heute möchte ich euch teilhaben lassen an meinen Gedanken zum Kinderkrebstag.
Ein Tag, der mich bis vor kurzer Zeit nicht betroffen hat. Ich kannte kein Kind mit Krebs. Aber ich hatte vielleicht eine Vorahnung – denn bereits im Februar 2014, über vier Jahre vor Emmas Diagnose, habe ich in Facebook etwas zum Kinderkrebstag gepostet.
Eine Vorahnung?
Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keine genaue Ahnung von Krebs bei Kindern, keinen Kontakt zu einer betroffenen Familie oder ähnliches.
Emma war zu diesem Zeitpunkt etwa 20 Monate alt und alles war ok, Quirin war ein gesundes, fröhliches Kindergartenkind und die Familien-Welt war in Ordnung, so weit ich mich erinnern kann.
Und nun, seit dem Sommer 2018, weiß ich, was es bedeutet, wenn von Krebs, Tumor, Chemo, Bestrahlung und den mutigen Kämpfern gesprochen und geschrieben wird. Denn ich wurde ein Teil und bin nun auch „Betroffene“.
Die Gedanken, Sorgen, Ängste und Tränen an so einem Tag wie heute sind mehrfach multipliziert zu anderen Tagen, die nicht minder schwer sind für mich.
Der Alltag holt uns zwangsweise ein – Verpflichtungen, Termine, Erledigungen, aber auch Bürokratie-Kram mit Arbeitsamt und Krankenkasse, gesellschaftliche Veranstaltungen wie Kinderfasching und und und.
Alles Dinge, zu denen ich eigentlich gar nicht bereit bin. Ich fühle mich ausgelaugt und müde, erschöpft und kraftlos.
Seit Wochen bin ich krank, „nur“ erkältet, aber so langwierig, daß es einfach nicht besser wird.
Ich gebe es inzwischen selbst zu – auch wenn mir das schwer fällt – mein Körper und meine Seele sind müde, müde von den anstrengenden Monaten, die hinter uns liegen.
Auch wenn ich – gerade an Tagen wie heute – an Kinder und Eltern denke, die noch viel mehr Monate gekämpft haben als wir und immer noch kämpfen.
In den 14 Monaten „Kampf“ von Emma habe ich jegliches Zeitgefühl verloren, viele Tage vergingen zu schnell, anderen zogen sich wie Kaugummi. Emma ist schon über vier Monate nicht mehr bei uns, nicht mehr in unserer Familie, unserem Haus, meiner Nähe.
Nicht mehr greifbar, nicht mehr küssbar, nicht mehr da…körperlich nicht mehr da.
Ihre Seele, ihre Spuren, ihre Zeichen, diese sind da – mal mehr, mal weniger.
Aber all das ersetzt mir nicht mein Mädchen, meine Emma, die mich so stützen könnte.
Ich möchte ihr erzählen von meinen Sorgen, meinen Gedanken, sie um Rat bitten und fragen, was sie davon hält.
Ihr von Erlebnissen erzählen, von wunderbaren Menschen, die uns begleiten und Momenten, die zauberhaft sind und ich gerne etwas von diesem Zauber an meine Maus übertragen würde.
Das dies alles nicht möglich ist, nie mehr möglich sein wird, das zerreisst mich an manchen Tagen. An Tagen, an denen die Zuversicht für ein „schönes“ restliches Leben fehlt und nicht denkbar ist.
Auch wenn ich weiß, daß ich stark sein muß, für meine Familie, meinen Mann und meine Söhne.
Aber es ist so schwer, weil ein Teil meines Herzens mit Emma auf Reise ging – in eine unbekannte Welt, einen unbekannten Ort, den ich so gerne kennen würde, um zu wissen, daß es Emma dort gut geht.
Ist es das Paradies?
Das Paradies für Emma?
Ich denke hier gerne an das unglaublich zu meinen Gedanken passende Lied „Paradies“ der Band „Dreiviertelblut“ – deren Konzert ich vergangenen Donnerstag mit ganz lieben Leuten besucht habe und noch immer sehr gerührt bin.
Denn das Lied „Paradies“, die zweite Zugabe und das letzte Lied des Abends, wurde MEINER EMMA gewidmet – ich werde es NIE vergessen!
Es war ein Wunsch von mir, den eine gute Fee an die Band überbracht hatte. Und ich bin sehr sehr dankbar dafür, daß es möglich gemacht wurde. DAS sind die kleinen Geschenke von Menschen, die so viel Gefühl haben und mir Kraft geben – Kraft, um weiterzumachen…
Viele fragen mich, ob wir psychologische Unterstützung haben, um die Trauer zu verarbeiten, mit der Trauer umzugehen. Das Leben neu zu lernen, mit dem Schicksal zu leben.
Das haben wir, in verschiedenster Weise und ganz individuell.
Ich möchte euch in einem eigenen Post ausführlich darüber erzählen. Mit einem Rückblick über die bisherigen Versuche und den Ausblick auf die Zukunft.
Für mich persönlich habe ich überraschenderweise etwas gefunden, was mich zuhause, in meinem geschützten Heim, in dem ich mich so wohl fühle, beruhigt und etwas ablenkt.
Ich bin durch Zufall auf diese Art der Kunst gekommen – das Bemalen von Steinen mit sogenannten Dotting Tools.
Das mache ich fast täglich und es hilft mir, meine trüben Gedanken, wenn auch nur für kurze Zeit, zu verdrängen.
Es ist ein fast meditativer Moment für mich, wenn ich einen Stein ganz aus dem Bauch und dem Herzen heraus gestalte.
Auch wenn ich künstlerisch nicht besonders begabt bin, bin ich dennoch stolz auf meine Ergebnisse.
Falls ihr Fotos meiner Steine (und inzwischen auch Leinwänden und Dosen) sehen möchtet – so schaut gerne mal bei Instagram unter mein zweites Profil „em_ma_ma_steine“. Der Name ist eine Mischung aus Emma und Mama, denn ohne meine Emma wäre ich nie dazu gekommen.
In diesem Sinne, ich wünsche euch eine gute Zeit, passt auf euch auf und lebt das Leben – es ist so wertvoll.
Bis bald,
liebste Grüße
Marion mit Emma im Herzen
Rückblick
Rückblick…heute vor einem Jahr. Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, Emma und ich sind damals alleine in die Klinik zur Kontrolle gefahren. Im Flur der Tagesklinik haben wir gesessen, und gewartet,… Emma hat mir was gezeichnet, noch heute habe ich das Bild in meinem Notizbuch. Versehen mit dem Datum. Man weiß genau, dass sein eigenes geliebtes Kind, das so gerne gezeichnet hat, dies irgendwann nicht mehr tun wird…weil der Tumor ihr diese Fähigkeit genommen hat.
Ich kann mich auch noch gut an den Tag erinnern, als Emma das letzte Mal etwas versucht hat zu zeichnen oder zu schreiben… Es war ihr Name unter der Einladung zu ihrem 7. Geburtstag an ihre Freundinnen. Mit ganz großer Mühe hat sie ihren Namen vier mal geschrieben, aber die Buchstaben waren schon sehr zittrig gemalt und es hat sie sehr angestrengt.
Seit diesem Tag hat sie keinen Stift mehr in ihrer Hand halten können.
Bei dieser Erinnerung und der Tatsache, dass sie mir nie wieder etwas zeichnen oder schreiben wird, werde ich sehr traurig. Und bin unglaublich wütend auf das Monster DIPG.
Schlüsselmomente
Es ist mal wieder Zeit für einen Bericht zum Thema „Schlüsselmomente“. Diesmal schreibe ich nicht über einen Moment mit Emma direkt, sondern einen prägenden Moment für mich als Mama von Emma.
Ich beginne von Anfang…
Als ich am 13. Juli 2018 die Diagnose von den Ärzten hörte, griff ich – wie jeder in dieser modernen Zeit wahrscheinlich – nach meinem iPhone und googelte DIPG. Ich überflog die wichtigsten Informationen, um meinem Mann davon zu berichten. Wir beschlossen, uns weiter zu informieren und dann erst unseren Eltern, der Familie und den Bekannten davon zu erzählen.
In der ersten Nacht laß ich das erste Mal im Blog von Lina aus Nürnberg (linastrong) und weinte bei den ehrlichen und traurigen Berichten der Eltern. Nach einigen Blogbeiträgen hörte ich auf zu lesen, es waren zuviel Informationen „aus erster Quelle“, zu brutal und hart in diesem Moment, in dem noch so viel ungewiss war. Ich konnte mir nicht ansatzweise vorstellen, wie es uns ergehen würde. Und ich hoffte auf ein Wunder, daß bei UNS alles anders ist, daß EMMA anders ist…
Nach unserer ersten Zeit im Krankenaus recherchierte ich zuhause weiter und stieß schnell auf die Facebook-Seite „DIPG Ponsgliom – Information und Unterstützung Betroffener“. Anfangs laß ich noch still mit und war jedes mal erschüttert, was ich lesen musste.
Bald darauf war September – der Bewusstseinsmonat für Kinderkrebs, die Informationen wurden mehr und auch mein Wissen wuchs.
Ich machte mir nach und nach ein Bild, was DIPG im Laufe der Zeit mit den Kindern anrichtet.
Der Kontakt mit Tina, der Gründerin der oben genannten Facebook-Seite und betroffenen Mamas entstand und ich spürte zum ersten Mal eine besondere Art Verständnis und Mitgefühl – aus allererster Hand!
Da es Emma aber lange Zeit sehr gut ging, habe ich gewisse Dinge ausgeblendet, wollte sie nicht hören oder lesen. Viele viele Sachen waren hilfreich, aber noch immer weit weg von uns.
Im Februar hatte ich dann meinen Schlüsselmoment:
Während unserer Familien-Reha im Schwarzwald telefonierte ich mit der Mama eines an DIPG verstorbenen Mädchens. Das Telefonat war so herzlich und nah, es fühlte sich so an, als würden wir uns schon lange kennen und es tat so gut, mit jemanden zu sprechen, der genau weiß, was ich gerade durchmachte.
Die Mama gab mir auch viele hilfreiche Tips zum Facebook-Blog, zu den Spenden und der Therapie in Köln.
Ich hatte Auftrieb, ich fühlte mich stark und voller Tatendrang!
So entstand unser Facebook-Blog „Emma und ihr Kampf gegen die böse Blume DIPG“.
Der Beginn des Blogs war befremdlich für mich, aber irgendwann begann es, Spaß zu machen!
Ich möchte informieren, über DIPG, über diese schlimme Art von Krebs. Ich möchte – ohne Emma vorzuführen – über unser Leben informieren, von unseren Bergen und Tälern mit DIPG berichten. Meine Ängste, Sorgen und meine Gedanken mit den Menschen teilen, die es interessiert und die mit uns fühlen.
Als Emma noch reden konnte, habe ich oft mit ihr darüber gesprochen, daß wir nun im Internet zu sehen sind und über die Blume berichten. Daß es viele Leute interessiert, wie es uns geht, was wir machen.
Auch heute zeige ich ihr noch die Fotos, die ich veröffentliche und erzähle ihr von den Reaktionen auf unsere Beiträge.
Es gehört zu uns, zu unserem Kampf gegen die Blume. Und es fühlt sich richtig an.
Denn – und das ist die Quintessenz meines heutigen Schlüsselmoment-Beitrags:
Der Austausch zwischen den betroffenen Eltern ist so extrem wichtig! Ich habe wahnsinnig stark davon profitiert, mit den Mamas in Kontakt zu sein. Den Mamas, die genau wissen, was ich erlebt habe, gerade erlebe und noch erleben werde. Die Mamas, die mit mir fühlen und weinen – obwohl sie zum Großteil ihre geliebten Kinder bereits an das Monster DIPG verloren haben.
Ich ziehe den Hut vor allen Mamas, die trotz der Trauer die Kraft haben, mit mir darüber zu sprechen und zu schreiben. Die mir fast täglich zur Seite stehen und immer für mich da sind.Alle, die ich meine, fühlen sich jetzt hoffentich angesprochen und ich danke euch von ganzen Herzen! Ohne euch wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.
Und ich möchte es genauso machen – ich möchte anderen Mamas zur Seite stehen, in guten und in schlechten Zeiten. Um in schwierigen Phasen aufzubauen, um bei Fragen mit Rat zur Seite zu stehen, um bei Verschlechterung Hoffnung zu geben und Tränen der Verzweiflung weinen, wenn man nicht mehr weiter weiß oder einfach nur traurig und wütend ist.
In diesem Sinne – danke, daß es euch gibt. Jeder auf seine Art und Weise, aber allesamt ungeheuer liebenswert.
Das Internet ist nicht nur anonyme Plattform, sondern auch ein Platz, um Menschen fürs Leben zu finden!
Schlüsselmomente
Ich wusste seit dem 13. Juli 2018, daß DIPG meine Emma verändern wird.
Ich hatte Angst vor all den Einschränkungen und Folgen, von denen ich gelesen habe.
Die größte Angst aber hatte ich von Beginn an, was den Bereich des Sprechens angeht.
Leider sind wir nun an diesem Punkt.
Ich kann gar nicht genau sagen, ab wann Emma nicht mehr (viel) gesprochen hat.
Ich müsste Videos anschauen oder bestimmte Tage ins Gedächtnis rufen, aber das fällt mir schwer.
Ich denke es ist seit etwa 2 Wochen so. Es schwankt, je nach Verfassung und Zustand, nach Müdigkeit und Willen.
Sie spricht an manchen Tagen nichts oder kaum, an anderen Tagen sagt sie nur einzelne Wörter, oder auch ganze Sätze.
Wir verständigen uns auch ohne Worte, mit Gesten oder Blicken. Wir finden unsere Mittel und Wege. Manchmal spielt Emma ein Spiel mit mir und ich rate, was sie genau möchte. Wir gehen nach dem Ausschlussverfahren vor und sie findet das oft sehr witzig. Aber sie kann auch fuchsig werden, wenn ich nicht rausfinden kann, was sie von mir möchte.
Meistens finden mein mütterlicher Instinkt und Emmas Tips aber zum richtigen Ergebnis .
Trotz allem stimmt mich das sehr sehr traurig. Ich habe es geliebt, mit Emma viel zu reden und das war besonders seit der Diagnose so schön und wichtig – wir sprachen abends im Bett über den Tag und unsere Pläne und Wünsche.
Wir sprechen nun immer noch, aber ich merke, daß es sie traurig macht, nicht mehr „normal“ mit mir reden zu können.
Ich habe diese Woche die Ärztin gefragt, warum das so gekommen ist. Ob Emma keine Kraft mehr hat oder nicht mehr sprechen möchte. Aber DAS ist DIPG!
DIPG macht die Nerven und Muskeln schwach und kaputt. So fällt das Reden immer schwerer und schwerer.
Das tut mir und meinem geschundenen Mama-Herz so weh.
Es fehlt mir so sehr, Emmas zauberhaftes „Mamiiiiiii,
