Die erste Woche auf der „Onko“

Emma wurde von nun an untersucht, von oben bis unten, Augenarzt, HNO, MRT vom Rücken (um zu sehen, ob der Tumor bereits gestreut hat), EEG, EKG und und und.

Emma war wahnsinnig tapfer und hat bei allen Untersuchungen sehr gut mitgemacht. 

Alles war neu für uns, die Ungewissheit, die Ängste und Sorgen….wir nutzen die Zeit, um im Spielzimmer Spiele zu spielen und die gemeinsame Zeit zu geniessen, so gut es ging.

Ab dem ersten Tag auf der Onkologie bekam Emma Kortison, um die Entzündung um den Tumor herum, zu behandeln. 
Die Nebenwirkungen und Folgen des Kortisons waren mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar. 

Wir waren überglücklich, als wir eine Woche später am Freitag überraschend nach Hause geschickt wurden!

Aber die Freude währte nicht lange, mein Mann und ich wurden wenige Tage später zum Gespräch in die Klinik gebeten, in der uns ein Neurochirurg darüber informierte, wie die Operation, bei der eine Probe des Tumors entnommen werden sollte, ablaufen würde.

Zuhause angekommen erklärten wir Emma, was auf uns, auf sie, zukommen würde und planten bereits alles für den nächsten Krankenhaus-Aufenthalt.

Zwei Tage später bezogen wir abends unser Zimmer im Klinikum München-Bogenhausen, in der die Neurochirurgen Emma am nächsten Tag operieren wollten. 
Emma wünschte sich Pizza und so aßen wir zu dritt auf dem Zimmer – ohne zu wissen, wie es weitergeht, genossen wir den Abend und nutzen den gemeinsamen Moment. Wieder ein Schüsselmoment. Die Stunden vor der Biopsie.

Am Morgen ging es relativ schnell, ich verabschiedete mich gegen 7:45 Uhr von Emma im Vorraum des OP und von nun an begannen schlimme, endlos lange Stunden des Wartens. Gegen Mittag erhielt ich den Anruf einer Ärztin, sie sagte, es ging alles gut, auch das MRT zeigte keine Hirnblutung oder andere Verletzungen des Gehirns, die während der Biopsie entstanden und schnell behandelt werden müssen. Emma sei nun auf dem Weg vom MRT in Bogenhausen nach Schwabing auf die Intensivstation. 

Mein Mann holte mich in Bogenhausen ab und wir fuhren direkt nach Schwabing. Beim ersten Eintreffen auf der Kinder-Intensivstation war Emma noch nicht da, wir sollten nochmal warten und später wiederkommen. 

Gegen 15 Uhr durften wir endlich zu ihr. Ich war überglücklich, als sie „Mama, ich habe Hunger“ sagte! So ein einfacher Satz, aber nicht selbstverständlich, nach so einer schweren OP mit vielen Risiken.

Wir waren so lange bei ihr, bis wir weggeschickt wurden, nachts durfte keiner von uns bei ihr sein.

Mein Mann und ich durften in der Elternwohung der Elterninitiative „Krebskranke Kinder München e. V.“ schlafen, ganz nah am Klinikum. 

Gleich am Morgen gingen wir zu Emma und waren froh und erleichtert, zu hören, daß es keine Vorkommnisse in der Nacht gab und Emma gut schlafen konnte. 

Sie hatte große Schmerzen, aber war wieder mal ganz ganz tapfer! 

Nach kurzer Zeit, noch vor Mittag, wurde Emma auf die „Wachstation“ verlegt, ich durfte von nun an wieder bei ihr sein. 

Einige Tage, an denen sie sich nach und nach erholte und täglich weniger Schläuche und Zugänge benötigte, blieben wir dort und durften dann erneut für kurze Zeit nach Hause.

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